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Race Report - Bergamont Downhill Cup MV Finale

Sonntag, Raceday, Finalrennen des Bergamont Downhill Cup MV… die UCI hat ihr Weltcup-Finale auf Samstag verschoben und sogar Gott gab dem „Grande Finale“ den nötigen Glanz mit „Sonne satt“.
Der Dirt Force e.V. revangierte sich auf seine Weise und präsentierte den Racern und dem Publikum einen neuen Highspeed-Streckenabschnitt. Wie erwartet entwickelte sich die Kombination aus Mega-Stepdown und folgendem Highspeed-Kicker mit Sprungweiten bis zu 15 Metern zum Hotspot des zahlreichen Publikums. Die anschließende hängende Kurve, mit dem Griplevel eines fangfrischen Aals, sorgte für eine weitere fahrtechnische Herausforderung.

Boost Bastard’s Daniel Schuh musste herausfinden, dass der Faden zwischen „so schnell wie nötig“ und „so schnell wie noch möglich“, dünner als Nylon ist. Der Teterower verlor in seinem ersten Rennlauf so schnell den Grip auf dem Vorderrad, dass er selbst nach 5 Metern Drift auf dem Bauch immer noch den Lenker in der Hand hielt.

Die Weichen für das Finale waren gestellt und getreu dem Motto „Kid’s und Frauen zuerst“, starteten die Junioren ins Finalrennen.

Nachdem sich der Cupführende Jakob Neubauer auf der verwinkelten Downhill-Line beim 2. Cup-Rennen schwer tat, kam ihm die neue Streckenführung am meisten entgegen.

Die „Flat out“ Charakteristik der neuen Raceline ähnelte seiner Teterower Heimstrecke und so fuhr er schon im ersten Lauf die Zeit, an der sich der Tageszweite Jan-Philipp Lang und Dirt Force-Local Erik Schellhorn, die Zähne ausbeißen sollten. Mit dieser souveränen Leistung sicherte sich der Junior vom Unterholz-Bruderverein den Gesamtsieg im Downhill Cup.




Robin Schlüter aus Berlin fuhr gegen starke Konkurrenz, mit sehr interessanter Linienwahl, auf den 4. Platz, der ihm in der Cup-Gesamtwertung den zweiten Platz bescherte.Platz 3 in der Gesamtwertung ging, nach lediglich 2 von ihm gefahrenen Rennen, an Erik Schellhorn aus Neubrandenburg.




Die perfekte Saison vor Augen stellte sich Dirt Force-Darling Sarah Gerlach, vom Team Zweirad Hassemer, der immer stärker werden Konkurrenz. Anja Funke (Downhill Berlin) fuhr zwei solide Läufe ins Ziel und bestätigte so ihr Potential in ihrer ersten Rennsaison.

Wie immer bestens gelaunt, mit feinstem Fahrstil und enorm schnell, machte die Karlsruherin Patricia Rupp klar, dass Sie nicht nach Neubrandenburg gekommen war um ein Bockbierfest zu feiern.
Mit einer super Zeit bereits im ersten Racerun untermauerte sie das auch ganz klar.
Der Druck auf die Cup-Domina Sarah Gerlach wuchs… doch ihre Antwort war ebenso deutlich.

Sarah fuhr enorm enge Linien in den Highspeedkurven und
nutzte jede Gelegenheit zum pedalieren.
Ihre Kompromisslosigkeit zahlte sich im Ziel aus. 43,33 Sec hätten sogar in der Hardtail-Klasse der Herren für den 3. Platz gereicht! Damit verwies sie in der Tages- und der Gesamtwertung Patricia Rupp und Anja Funke auf Rang 2 und 3.

Spiel, Satz, Tagessieg und Gesamtsieg inklusive der perfekten Saison… JACKPOT für Sarah!
„Ich bin in der Woche nicht dazu gekommen zu trainieren. Die neue Raceline lag mir super und mein Bike (Bergamont Kiez) war perfekt für diesen Kurs. Ich bin froh, dass Zweirad Hassemer mich in dieser Saison mit so tollen Material unterstützt hat.“ Veriet sie nach dem Rennen.



Es war Zeit für den Showdown in der Hardtail-Klasse. Volker Michael (Dirt Force) ging als Cup-Leader ins Rennen und sollte die tragische Figur des Tages werden. Bereits im Training hatte man das Gefühl, dass er nicht so richtig in den Tag findet.
Kein Wunder denn der Titel war nach Punkten noch nicht sicher und mit zwei brachialen Racern, wie dem MDC-FourCross erfahrenen Thomas Kunkel (Downhill Berlin) und Local Hero Christian Engel (Dirt Force/Falcon Motorsports), hatte er ultraharte Konkurrenten.
Der psychische Druck beim entscheidenden Run im Finale ist gnadenloser als Ebola und so reichte es für Volker leider nur zum 3. Platz in der Tageswertung.



Es lief also auf das Duell zwischen Thomas Kunkel und Christian Engel hinaus. Der Berliner legte kompromisslos, radikal vor. Thomas fuhr sein Bike so hart, dass man das Gefühl hatte, er würde Lenker und Kurbeln verbiegen. Seine Zeit war ein klares Statement… 40,50 Sekunden! Wie dem Kommentator in der Rennpause angekündigt, gab es die massive Antwort vom Dirt Force-Mainman Christian Engel.
Die „Flatpedal-Maschine from Woggersin“ brachte Terror auf den Track. Fast, loose und absolut flat out durchbrach er als Einziger an diesem Tag die Schallmauer von 40 Sekunden. 39,21 Sekunden Tagesbestzeit, Tagessieg und Gesamtsieg im Bergamont Downhill Cup MV. Platz 2 an diesem Tag für Thomas Kunkel und trotz Druck ein super 3. Platz für Volker Michael.
Der 3. Platz sorgte dafür, dass Volker auf der Zielgeraden den Gesamtsieg abgeben musste und auf Platz 2 rutschte. Thomas Kunkel sorgte mit seinen drei 2. Plätzen für den 3. Rang in der Gesamtwertung.


Theoretisch war auch bei den Big Bikes noch alles möglich und wie eng es dann schlussendlich zuging, zeigen die Zeiten. Die Top 4 lagen innerhalb einer halben Sekunde! Wie wichtig dabei das Material war zeigte sich besonders bei Marcus Kalle (Team Luftalarm/Rostock). Marcus war super schnell unterwegs. In der hängenden Kurve verlor er seinen Konkurrenten gegenüber sichtlich an Speed.
Er hatte auf schnell rollende CrossCountry-Reifen gesetzt, die in dieser Kurve an ihre Grenze kamen und nicht den Grip lieferten, der nötig gewesen wäre um eine Top-Zeit zu fahren. Am ende büßte er fast eine Sekunde ein. Tagesplatz 5 trotz super Run.

Carsten Wulff (Dirt Force) war auf seiner „Heimstrecke“ fast as usual. Der Wahl-Neubrandenburger fuhr das Finalrennen ohne Vorderradbremse. „Wenn du so ein Ding dran hast, ziehst du sie nur.
Das geht auch ohne und macht schneller.“ Sagte er lächelnd und fährt ungebremst auf Platz 3 in der Tageswertung.

Super beeindruckend war das Cup-Debüt von FourCrosser Christopher Henning. Megaweite Jumps, wahrscheinlich die weitesten des ganzen Tages und pure Pedalpower brachen ihm Platz 2 in der Tageswertung.

Für den Cup-King Peer „tha Gunshoot“ Gumin (NOX/xtremesports Potsdam) war der Gesamtsieg damit „nur noch Formsache“. Aber für die Statistik war der der Nox Cycles-Rider von Downhill Berlin nicht angereist.
Auch er ging in seinen Runs „All in“ superschnell, supersmooth und hart auf den Pedalen wo immer es ging, war er so furios unterwegs, dass die Eltern vorsoglich ihre kid’s festhielten, damit der fahrt wind sie nicht mitziehen konnte.

Am Ende kröhnte er sich mit einem Tagessieg und dem Gesamtsieg des Bergamont DH Cup MV. 2. in der Gesamtwertung wird Carsten Wulff (Dirt Force) und der 3. Platz im Cup geht an Marcus Kalle (Team Luftalarm/Rostock). Glanz und Glorie ging also an die „Big Guns“ in der kleinen aber feinen Racefamily Norddeutschlands.

Da Glanz und Glorie nur ein Teil des ganzen, großen Finalspektakels abdecken wurden die Topleistungen mit Toppreisen prämiert.
Die Gesamtsieger der einzelnen Klassen gewannen Federgabeln von SR Suntor, Gutscheine von Platzangst Clothing, Downhillreifen von Onza Tires, Trikots von Fly Racing und Bergamont.

KHE Bikes bescherte uns mit Helmen, Kneepads und Griffen.

Aber was wären diese Rennen ohne jeden Einzelnen Athleten!? Vielen Dank an alle Racer! Vielen Dank an Downhill Berlin, Unterholz Teterow, Dirt Force Neubrandenburg, die Rostocker Jungs, der Treuenbrietzener Krähenberg e.V. und alle nicht genannten Vereine bzw. Fahrer.
Ohne Euch wäre kein Leben im Bergamont Downhill Cup MV gewesen.

Vielen Dank für die super Unterstützung durch die Mobile Jugendarbeit der Caritas. >
Die unglaublich gutgelaunte Manschaft des ASB und deren medizinische Unterstützung, die zum Glück für alle, nur sporadisch in Anspruch genommen wurde und trotz allem so enorm wichtig war.

Und während alle Beteiligten mit einem breiten Grinsen auf die Saison und das Finale zurück blicken, hat der Weihnachtsmann Sorgenfalten auf der Stirn. Bei den aufgefahrenen Sachpreisen kann Santa schon mal Chromeleisten an den Schlitten bauen und einen Extrahänger bauen um Mithalten zu können. Wo Santa seine Elfen hat, da haben wir wahnsinns Sponsoren, die uns mit Spielzeug versorgt haben mit denen Kinder auch draußen spielen können.

Danke an:

>> Rennergebnisse


>> Fotos



Ein dickes Danke an die Fotografen Clemens Lange und das Team von Waldreise!!